Das Auftreten von Blutungen

In etwa 7% der IVF-Behandlungen kommt es zu Blutungen in der Lutealphase, die in der Regel 7-8 Tage nach der Eizellentnahme als leichte Blutung auftreten. Blutungen zwischen Embryotransfer und Schwangerschaftstest lösen bei Patientinnen oft große Angst aus, da sie den Behandlungserfolg in Frage stellen. Obwohl ein Zusammenhang zwischen Blutungen und Behandlungsmisserfolg besteht, gibt es viele Fälle, die trotz Blutung zu einer Schwangerschaft führten.

Die Lutealphase im natürlichen Zyklus:

Nach dem Eisprung bildet sich im Eierstock der Gelbkörper (Corpus luteum). Dieser produziert Progesteron und Östradiol, um die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung eines Embryos vorzubereiten. Diese Phase wird als Lutealphase bezeichnet. Das Corpus luteum erhält die Schwangerschaft bis zur Plazentaentwicklung in der 7. Schwangerschaftswoche aufrecht. Ohne Corpus luteum würden alle Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden.

Warum wird die Lutealphase in der IVF-Behandlung medikamentös unterstützt?

Die medikamentöse Stimulation der Eierstöcke in der IVF-Behandlung kann die Funktion des Corpus luteum beeinträchtigen. Überschüssige Hormone stören den Hormonhaushalt, führen zu einer Verkürzung der Lutealphase und einem plötzlichen Progesteronabfall, was zu Blutungen führt. Daher werden Medikamente zur Unterstützung der Lutealphase eingesetzt, um den Behandlungserfolg zu steigern. Eine unzureichende Lutealphase-Unterstützung aufgrund zu kurzer Lutealphase durch die Stimulation kann zu Behandlungsfehlschlägen führen.

Anwendung und Nebenwirkungen von Progesteron:

Die optimale Zeit zur Beginn der Progesteron-Substitution ist unmittelbar nach der Eizellentnahme. Progesteron ist in verschiedenen Darreichungsformen (oral, vaginal, rektal, intramuskulär) erhältlich. In der IVF wird meist die vaginale oder intramuskuläre Anwendung bevorzugt, da die orale Einnahme geringere Schwangerschafts- und Einnistungsraten zeigt. Die vaginale Anwendung ist für die Patientin bequemer und führt zu höheren Progesteronspiegeln in der Gebärmutter. Nebenwirkungen der vaginalen Anwendung sind Ausfluss und Irritationen der Vagina. Intramuskuläre Injektionen können Schmerzen, allergische Reaktionen oder Abszesse verursachen.

Verhalten bei Blutungen nach dem Embryotransfer:

Patientinnen, die nach dem Embryotransfer Blutungen haben, neigen dazu, die Behandlung als gescheitert anzusehen und die Medikamente abzusetzen. Dies ist jedoch falsch, da eine Schwangerschaft dennoch möglich ist. Bei Blutungen ist unbedingt Rücksprache mit dem Arzt oder dem IVF-Koordinator zu halten. Die Medikamente dürfen nicht ohne ärztliche Anweisung abgesetzt werden.